Tagungsankündigung

Mutter, Vater und andere Genealogien
Leben wir in Zeiten einer weit reichenden Krise der Familie und sozialer Institutionen oder sind wir hauptsächlich ZeugInnen eines Wandels?
Sigmund Freud Vorlesungen 2018

Freitag, 4. Mai 2018
Samstag, 5. Mai 2018
Freitag, 16. November 2018
Samstag, 17. November 2018

Einkindfamilien, AlleinerzieherInnen, Patchworkfamilien, gewollt kinderlose Paare, gleichgeschlechtliche Eltern und assistierte Formen der Reproduktion sind zunehmend häufiger, gelten allesamt nicht mehr als ungewöhnlich, sondern vielmehr als normal. Manche meinen, die Verankerung des Subjekts in familialen Genealogien unterliege gegenwärtig einer nachhaltigen Veränderung. Auch der soziodemographische Wandel deutet in diese Richtung. Freud (1909) weist allerdings darauf hin, wie sehr sich die psychische Repräsentation der Elternfiguren von den Eltern in der Realität unterscheidet und dass vor allem phantasievoll auf die biologische Herkunftsgeschichte Bezug genommen wird. Die konkreten Eltern sind etwas anderes als die inneren Objekte, die als Mutter- und Vaterimago den Wünschen oder Befürchtungen des Kindes Ausdruck verleihen. Die mit Freuds Überlegung benannte Spannung zwischen der sozialen Situation und den psychischen Bearbeitungen betrifft nicht nur familiäre, sondern darüber hinaus weitere institutionelle Strukturen, in denen sich die/der Einzelne heute vorfindet.

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