Jour fixe

Peter Moeschl
Mittwoch, 4.10.2017, 20:15 Uhr
Protest und Empörung – Zum politischen Paradox von Identität

In man politisch Grundlegendes bewirken, genügt es nicht, das Kapital in seiner Eigendynamik zu bremsen. Auch ist hier das Festhalten an der eigenen Identität problematisch – gerade bei den Opfern des Systems. Man darf sich nicht in seiner Opferposition einigeln und dadurch unbewusst – über die eigene Seinsweise, die eigene Identität – systemkonform optieren. Man muss das Kunststück vollbringen, sich im „falschen Sein“ von diesem „falschen Sein“ zu emanzipieren. Das geht nur, indem man sich – ideell – selbst vorweg ist und das benötigt kognitive Distanz. Es benötigt ein neues Denken. Dennoch geht es, darauf aufbauend, um ein neues soziales Sein, es geht darum, eine neue Gesellschaft zu entwickeln.

Peter Moeschl: Univ.-Prof. Dr.med. Chirurg und Kulturtheoretiker. Mitglied der Neuen Wiener Gruppe/Lacan Schule. Arbeitet und publiziert zu gesellschaftspolitischen Themen, u.a.: Privatisierte Demokratie. Zur Umkodierung des Politischen. Verlag Turia + Kant 2015

Moderation: Veronika Waitz